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Edge of the Orison _ Rand des Orizonts

März 22, 2017

In diesem Fall kommt das nahe an einen Silberstreif heran:

Iain Sinclair: „Der Rand des Orizonts. Auf den Spuren von John Clares ‚Reise aus Essex'“. Verlag Matthes & Seitz

Damit erscheint zur Buchmesse Leipzig 2017 das erste Buch des britischen Wortmagiers in deutscher Sprache. Sinclair wandert auf den Spuren des Bauerndichters John Clare von Epping Forest am Rande von London bis nach Glinton in Northamptonshire. Eine Buchbesprechung und kurze Zusammenfassung findet sich hier: Podcast D-Radio zu Rand des Orizonts.

Um am Zauber [dieses Fußmarsches] teilzuhaben, braucht man die Landschaften und Dörfer auf seinem Weg nicht zu kennen. „Der Rand des Orizonts“ ist eine Gebrauchsanweisung für eine eigene Psychogeografie. Nach der Lektüre geht man anders durch die Stadt, stellt Mithu Sanyal, die das Buch besprochen hat, fest.

Dies ist aber zudem ein guter Moment, um kurz Revue passieren zu lassen, wo Iain Sinclair sonst noch in deutscher Übersetzung aufgetaucht ist. Denn so spurlos, wie es häufig den Anschein hat, ist er hierzulande gar nicht geblieben, was vor allem der Kulturzeitschrift Lettre International (LI) zu verdanken ist…aber der Reihe nach:

  • 2016 erschienen in der achten Ausgabe der Lyrikplattform karawa.net eine Auswahl an Gedichten Iain Sinclairs, die zum Großteil der Sammlung „Firewall“ entnommen sind.
  • 2015 porträtiert er in ZWEI POOLS die sich verändernde Stadtlandschaft Londons im Spannungsfeld der Betrachtung zweier Badeanstalten. (LI 111)
  • Ebenfalls 2015 geht es in LAND UNTER LONDON um Spekulanten, Psychopathen und Künstler, die sich die Unterwelt unter der britischen Hauptstadt erobern. (LI 108)
  • 2012 geht es auch um London, aber unter einem etwas anderen Aspekt, der vom Radkulturmagazin fahrstil #08 haltung unter dem Titel Das rasende Peloton – funkelnde Fahrrad-Facetten in der britischen Gesellschaft aufgegriffen wird.
  • 2010 geht es im Reisebericht unter dem Titel DER KOLOSS VON MAROUSSI um geplante Verwüstung, die sich anhand Olympischer Schauplätze nachvollziehen lässt. Eine Porträt Athens, der Trümmerfelder der Antike und der ruinösen Pracht Olympischer Spiele. (LI090)
  • ZWEI TÜRME PLUS EINER überträgt 2009 auf Einladung Lettres Iain Sinclairs Erwanderung und Erkundung von Orten auf Berlin und bewegt sich im Spannungsfeld der titelnden Türme am Alexanderplatz, Olympiastadion und Telegraphenberg. (LI086)
  • 2008 geht OLYMPISCHER SCHWINDEL direkt auf Ränkespiele, Landnahme, Goldrausch und die Vernichtung traditioneller Stadtlandschaften durch die Olympiaplanung 2010 in London ein. (LI082)
  • IN WOLKENKUCKUCKSHEIM lädt 2005 zu einem Streifzug in die „Stadt hinter der Stadt“ ein und führt in einem Auszug aus Lights Out For the Territory“ mitten in die City von London. (LI071)
  • Und 1999 erschienen zum ersten Mal Texte von Iain Sinclair in deutscher Übersetzung, als ein Projekt der britischen Schriftstellerin und Heimatforscherin Rachel Lichtenstein die Geschichte David Rodinskys, der 1969 spurlos verschwand und dessen Dachstube in einer Synagoge im Londoner Stadtteil Whitechapel zehn Jahre lang unberührt blieb, literarisch aufbereitete: Rodinskys Raum.
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